Geschichte


Der Mühlenneubau in Lintig

Am 7. März 1872 fiel die Entscheidung, eine Galerieholländermühle mit Windrose in Lintig zu bauen. Die zu diesem Zweck gegründete Mühlenbaugesellschaft kaufte am 15. März 1872, das für die Erstellung der Mühle und des Müllerhauses erforderliche Grundstück in der Größe von zwei Morgen ( 5000 qm ) von Johann Haack. Den Bauauftrag erhielt der Mühlenbaumeister Friedrich Müller aus Bremervörde. Der Grundstein wurde am 3. Juni 1872 gelegt und bereits am 27. Juli konnte Richtfest gefeiert werden.

Müller Friedrich Johann Spiering

Der erste Müller der die Mühle betrieb, war Johann Friedrich Spiering, der die Mühle ab dem 29. September für fünf Jahre pachtete. Im Jahre 1873 wurde dann das Müllerhaus mit Schweinestall unten an der Straße gebaut. Nach Ablauf der fünfjährigen Pacht kaufte Spiering Mühle und Müllerhaus für 33.000 Mark der Gesellschaft ab.

Als die Mühle am 29. September 1872 an Müller Friedrich Johann Spiering verpachtet wurde, hat sie wohl so ausgesehen. Diese Abbildung stammt von einer Postkarte, die 1900 abgestempelt wurde und verschiedene Motive aus Lintig zeigt.

Müller Spiering ließ 1903 ein Maschinenhaus an die südöstliche Wand der Mühle anbauen. In diesem Maschinenhaus befand sich ein zu dieser Zeit viel gebräuchlicher Gasmotor, der über eine Transmissionswelle einen Mahlgang über ein Vorgelege von unten zusätzlich antreiben konnte. es konnte also bei Wind der Gang von oben über die Windkraft betrieben werden, oder von unten durch den Gasmotor. So ein Gasmotor benötigte große Mengen an Kühl- und Betriebswasser zur Gaserzeugung, wozu westlich neben die Mühle ein Brunnen gegraben wurde.

Am 26. Juli 1911 zog über Lintig ein besonders schweres Gewitter mit einem Windwirbelsturm. Von der Mühle wurde die Kappe herunter geworfen, die dann die Galerie und das Maschinenhaus zerstörten. (Zu lesen in der Schulchronik , Aufzeichnung von Lehrer Brandt.) Vermutlich ist bei dem Gewittersturm der Wind von hinten in die Jalousien gefahren, hat diese zugeschlagen und das Flügelkreuz hat falschherum gedreht, was dann zum Zerbrechen der Kappe und zum Absturz der Flügel führte.Ohne Flügel konnte die Mühle nur noch durch den Gasmotor betrieben werden.

Kaufmann Max Kahlfuß

 Am 15. Oktober 1913 verkaufte Johann Friedrich Spiering, seine durch den Sturm ramponierte Mühle an den Kaufmann Max Kahlfuß. Dieser musste jedoch schon im Oktober 1916 mit Einberufung zum Wehrdienst den Betrieb und den Handel mit Dünger, Viehzucker und Mastfutter einstellen. Zur Reparatur der Mühle ist es nicht mehr gekommen, vermutlich wurde auch in dieser Zeit der Gasmotor verkauft, das Maschinenhaus abgebrochen und die Tür zugemauert. Nachdem Kahlfuß als Kriegsinvalide heimkehrte verkaufte er am 1. März 1919 die Mühle an den Müller Hermann Bremer.

Klicken Sie hir, um auf den Zeitungsbericht der damaligen Nordwestdeutschen Zeitung vom 29. Juli 1911 zu gelangen.

Müllermeister Hermann Bremer

Mühle 1939

Diese Aufnahme stammt von der Familie Bremer und wurde im Jahr 1939 gemacht. Zu dieser Zeit betrieb Müllermeister Hermann Bremer die Mühle. Als Müllermeister Bremer die Mühle 1919 kaufte, fehlten ihr die Kappe, die Galerie und bereits das Maschinenhaus mit dem Gasmotor, Die Mühle war also zu dieser Zeit völlig ohne Antrieb und damit ohne Funktion.

Erst im März 1920 war die Kappe repariert und zum Teil auch ersetzt worden, so dass Müller Bremer mit nur einem Flügelpaar den Betrieb aufnehmen konnte. Zu dieser Zeit bekam die Mühle auch die auffällige Galerie, die ohne Schoren, nur aus Eisenbahnschienen, die in die Mühlenwand eingelassen waren, bestand. Das Geländer um die Galerie bestehend nur aus einem Maschendrahtzaun. Im Jahr 1929 wurde eine neue Flügelwelle aus Gusseisen eingebaut. In den 20er Jahren bekam Lintig elektrischen Strom, vermutlich wurde da auch schon ein Elektromotor in das Erdgeschoss der Mühle eingebaut. dieser Motor konnte wie auch früher der Gasmotor einen Mahlgang über das Vorgelege von unten antreiben. In den 40er Jahren baute Bremer eine Autogarage an die östliche Seite der Mühle, da wo früher das Maschinenhaus stand.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom November 1957 zu gelangen.

Müllermeister Walter Grabow

1. Mai 1958

Vom 1. Mai 1958 an betrieb Müllermeister Walter Grabow die Mühle. Während dieser Zeit bekam die Mühle 1963 eine neue Flügelspitze mit 28 neuen Jalousieklappen außerdem wurde die Windrose überholt. Schon 1964 wurde die Galerie erneuert und am 9. Juni 1966 wurden zwei neue Flügel mit den dazugehörigen Klappen eingebaut.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom Dezember 1964 Seite 1 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom Dezember 1964 Seite 2 zu gelangen.

Müllermeister Karl Heinz Grabow

Muehleschwarzweiss 1. Januar 1967

Seit dem 1. Januar 1967 betreibt der Sohn Karl-Heinz Grabow, auch Müllermeister, die Mühle zu dieser Zeit hat sich der Betrieb schon längst mehr auf Viehfutter als auf Müllereiprodukte verlagert. Roggenbackschrot wird inzwischen nur noch für einen Bäcker hergestellt. Darum wurde dann auch im November 1974 eine elektrische Hammerschlagmühle zum Mahlen von Futtergetreide eingebaut. Die großen Mahlgänge nahmen in der sowieso immer zu engen Mühle zu viel Platz ein und wurden bei diesem Umbau gleich mit entsorgt. Der Pellgang war schon lange nicht mehr vorhanden. Ab jetzt wurde also auch die Windkraft nicht mehr gebraucht, was dann schnell zum Verfall der Flügel und der Windrose führte.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 29.Juli 1967 Teil 1 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 29.Juli 1967 Teil 2 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 29.Juli 1967 Teil 3 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um auf den Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 6. Januar 1971 zu gelangen.

Der Verfall der Mühle

Starke Orkanböen haben 1975 der Mühle arg mitgespielt, wobei die Windrose total zerstört wurde.Verfallmühle

Ein Januarsturm 1976 brachte der Mühle weitere Schäden bei. Eine Flügelspitze brach im Sturm ab, von den anderen Flügeln wurden fast sämtliche Klappen herausgerissen. Die Samtgemeinde Bederkesa erklärte schon im April 1976 ihre grundsätzliche Bereitschaft zur finanziellen Beteiligung der Reparatur, jedoch musste die gesamte Finanzierung gesichert sein. Spendengelder unter anderem aus Amerika, Zuschüsse vom Landkreis, dem Land Niedersachsen und der Mühlenvereinigung Niedersachsen machten eine Reparatur dann möglich. Die Gemeinde Lintig übernahm die Restfinanzierung und erklärte sich in einem Vertrag, der mit dem Eigentümer geschlossen wurde, zum Unterhalt des Mühlenkopfes bereit. Der Eigentümer räumte der Gemeinde Lintig ein Vorkaufsrecht ein.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom Januar 1976 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 22. Januar 1977 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 6. August 1977 zu gelangen.

Die Restaurierung

Restaurierung 1982So konnte im Juni 1980 endlich das Startzeichen zur Reparatur gegeben werden. Die Mühlenbauerarbeiten wurden von Mühlenbauer Hermann Böök aus Dunum/Ostfriesland ausgeführt. Es wurden 4 neue Flügelspitzen ohne Bruststücke mit Segelhecken geliefert. Die Windrose musste komplett erneuert werden, hier war nur das Getriebe noch zu gebrauchen. Das Reetdach wurde komplett erneuert, ein neuer Farbanstrich machte die Mühle wieder ansehnlich. Letzte Reparaturarbeiten am oberen Tafelment wurden im Juni 1982 erledigt. Leider wurde der Blitzableiter nicht wieder aufgebaut.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom Januar 1980 zu gelangen.

Der Brand der Lintiger Mühle

Der Brand der Lintiger Mühle

Ein schwarzer Tag im Dasein der Lintiger Mühle war zweifellos der 5. August 1982 ."Am Donnerstag dem 5. August 1982 entlud sich gegen 21.50 Uhr ein sehr starkes Sommergewitter. Zunächst setzte ein Sturm ein, dem ein sehr schweres Gewitter folgte. Blitz auf Blitz zuckte über den nächtlichen Himmel. dabei wurde die über Hundert Jahre alte Lintiger Mühle, ein Galerieholländer getroffen. Der Blitz schlug in den Mühlenkopf ein und lief auf dem zur Befestigung der Reetbedeckung benötigten Draht um den gesamten Oberbau. Dadurch entstand nicht nur an einer kleinen Stelle ein Feuer, sondern die elektrische Energie des Blitzes setzte das gesamte mit Reet bedeckte Oberteil der Mühle wie eine Fackel in Brand". So zu lesen in der Beerster Rundschau Nr. 237 Ausgabe September 1982.

Die Mühle brannte in wenigen Stunden innen total aus und bis auf die Grundmauern nieder, was einen Totalverlust bedeutete. Das wurde dadurch begünstigt, daß das schnell um sich greifende Feuer einen Innenangriff durch die Feuerwehr absolut unmöglich machte, außerdem war durch die Höhe des Mühlengebäudes ein gezieltes Ablöschen nicht möglich. Durch geschicktes Abbrennen lassen der Fughölzer in der Kappe konnte ein Abstürzen der Windrose auf das Nebenanstehende Lager vermieden werden.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 7. August 1982 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 20. August 1982 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zum Zeitungsbericht der NORDSEE-ZEITUNG vom 9. September 1982 zu gelangen.

Mühle Bramstedt

Da gab es eine Galerieholländer Mühle in Bramstedt, 1871 vom Mühlenbaumeister Carl Wegener erbaut. Vom Mühlenbauer Wegener stammen auch die Schiffdorfer und die Wulsdorfer Mühlen.
Die Mühle wurde als Steertmühle mit Segelflügeln erbaut. 1917 wurde die hölzerne Galerie durch eine eiserne ersetzt. Auch wurden die Mühlenflügel von Segeltuch auf Jalousien umgestellt. Im Jahr 1928 wurden die hölzernen Ruten durch eiserne Ruten ersetzt. Das später angebaute Maschinenhaus beinhaltete einen Schwerölmotor und später einen Elektromotor. In den 40er Jahren wurde der Steert durch die Windrose ersetzt. In den Jahren 1962 und 1968 wurde die Mühle durch Stürme stark beschädigt, so dass im Jahr 1967 die Flügel abgenommen werden mussten.
folgende Mühlenbesitzer sind von Bramstedt bekannt.Mühle Barmstedt

  • 1871 Carl Wegener als Bauherr und erster Besitzer, ihm folgte
  • 1884 Reinhard von Oesen, von ihm erhielt der Sohn Otto von Oesen die Mühle.
  • 1912 erwarb der Landwirt Heinrich Sander die Mühle.
  • 1914 ging sie in den Besitz von
  • Müllermeister Heinrich Hünecke über, der im 1. Weltkrieg fiel. Danach übernahm der älteste Sohn
  • Johann Hünecke den Betrieb und führte ihn bis zu seinem Tode weiter. Er fiel im 2. Weltkrieg. 
  • Als nächster Eigentümer ist H. Schmidt zu verzeichnen.
  • Ihm folgte Müllermeister Bigalke. 
  • Der nächste Müller war Müllermeister Fritz Tacke, der sie 1969 still legte.

Der Wiederaufbau der Lintiger Mühle

Schon zwei Tage nach dem Brand wurden Wünsche zum Wiederaufbau der Mühle geäußert. Es war bekannt, dass die Windmühle in Bramstedt zum Verkauf anstand . Schon am Sonntag nach dem Brand fuhren Heinz Bredehöft, Hermann Claussen und ich nach Bramstedt und sahen uns die dortige Mühle an.

Der erste Eindruck war für mich überwältigend, da ich sofort erkannte um welche gute Bausubstanz es sich hier handelte. Außerdem war das Inventar der Mühle sehr umfangreich. Deutlich waren aber schon Schäden am Reetdach, so dass ein Verfall der Mühle und der Einrichtung begann. Für diese Mühle war eine Sanierung dringend erforderlich. Es wurde dann möglich diese Mühle käuflich zu erwerben, sie dort abzubauen und in Lintig auf den Mühlenunterbau aufzusetzen.

Für das umfangreiche Bauvorhaben, nämlich die Mühle in Bramstedt komplett abzubauen, nach Lintig zu transportieren und hier wieder als funktionstüchtige Mühle aufzubauen bot sich Zimmermeister Friedrich Warnke aus Großenhain an, der diese Aufgabe dann auch exzellent bewältigte.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 26. Oktober 1983 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 13. Januar 1984 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 25. Februar 1984 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 12. März 1984 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 22. März 1984 zu gelangen.

Der Transport nach Lintig erfolgte zum großen Teil auf dem Luftwege, durchgeführt von dem Heerestransportgeschwader aus Rheine. Der Mühlenachtkant wurde am Erdboden zum Teil mit Hilfe eines Autokrans zusammengebaut.

Der Wiederaufbau zog sich über den Sommer 1984 hin .

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 7. Juli 1984 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 16. Januar 1986 zu gelangen.

Kaufmann Christian Jacobsen

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 17. September 2002 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 16. April 2003 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 22. März 2006 zu gelangen.

Klicken Sie hier, um zur NORDSEE-ZEITUNG auf den Zeitungsbericht vom 8. Januar 2009 zu gelangen.
 

nach oben



Kiebitzmarkt Mühle Lintig
Lintiger Str. 48
27624 Lintig

Telefon: 04745/ 6112
Telefax: 04745/ 7941
Kiebitzmarkt Mühle Lintig - Lintiger Str. 48 - 27624 Lintig - Telefon: 04745/ 6112 - Telefax: 04745/ 7941

site created and hosted by nordicweb